Über das EERQI-Projekt

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EERQI – European Educational Research Quality Indicators [ Europäische Qualitätsindikatoren für die Forschung im Bereich der Erziehungswissenschaft]

Ein Projekt des 7. EU- Forschungsrahmenprogramms zu Themen der Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften.

Dauer: 01 April 2008 – 31 März 2011

Ziele

Das EERQI Projekt hat sich zum Ziel gesetzt die weltweite Bedeutung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forschung im Bereich der Erziehungswissenschaft zu verstärken und auszuweiten. Die Ziele des Projekts sind im Einzelnen,

  • neue Indikatoren und Evaluationsmethoden für die Bewertung erziehungswissenschaftlicher Forschungspublikationen zu entwickeln,
  • einen Prototyp zu erstellen, der auf solchen Indikatoren und Methoden basiert,
  • diesen Prototyp multilingual zu gestalten (Anfänglich in Englisch, Deutsch, Französisch und Schwedisch),
  • ein Suchinstrument zum Sammeln von Quellen und Analysieren von Texten zu generieren,
  • die Übertragbarkeit der EERQI-Indikatoren auf andere Bereiche der Geistes- und Sozialwissenschaften zu testen und
  • einen Nachhaltigkeitsplan für den entwickelten Prototyp zu entwerfen.

Das Projekt nimmt sich also vor, die aktuellen Standards der Qualitätsindikatoren für die Forschung zu verbessern, insbesondere im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Worum es geht

Traditionelle Bewertungsmethoden für wissenschaftliche Veröffentlichungen basieren hauptsächlich auf Rankingmethoden, die sich nach der Häufigkeit der Zitate der jeweiligen Veröffentlichung oder dem „Journal Impact Factor“ richten. Jedoch basieren diese Instrumente nicht auf Methoden, mit denen sich das Feld der europäischen Wissenschaftsveröffentlichungen adäquat reflektieren lässt. Wenn die europäische Wissenschaft oder deren Institutionen solchen Evaluationsmethoden ausgesetzt sind, dann werden nicht nur einzelne Wissenschaftler oder Institute sondern ganze Fachbereiche ignoriert. Das führt darüber hinaus zur allgemeinen Benachteiligung von Sprachbereichen, da diese nicht – oder nur unzureichend – von den traditionellen Instrumenten berücksichtigt werden. Die Initiatoren des EERQI-Projekts haben die Unzulänglichkeit dieser Situation erkannt. Ebenso haben bereits zahlreiche andere Wissenschaftler und Evaluationsinstanzen der Europäischen Union auf die Notwendigkeit zur Veränderung aufmerksam gemacht. Das EERQI-Projekt versucht dieser Aufgabe nachzukommen.
Aus diesem Grund entwickelt das EERQI-Projekt ein vorläufiges Modell, das neue Qualitätsindikatoren an einer erstellten Datenbank testet und anwendet. Dieses Modell wird dem europäischen Kontext entsprechend gestaltet. Die Bereitstellung des daraus resultierenden Prototyps sowie der Indikatoren und Methoden der Evaluation sind konstitutive Ziele des Projekts. Das Modell basiert auf Untersuchungen, wie Qualität und Relevanz von Forschungsveröffentlichungen bestimmt werden können. Das beinhaltet die Anwendung neuer technologischer Möglichkeiten, insbesondere Instrumente der natürlichen Sprachverarbeitung zur Inhaltsanalyse und Gewinnung digital verfügbarer Wissenschaftsdokumente. Mit Hilfe der Anwendung kontextueller Inhaltsanalyse werden die beschränkten traditionellen Indikatoren, die auf quantitativen Zitations- und Rankingmethoden beruhen, durch inhaltsbasierte Qualitätsindikatoren vervollständigt und könnten auf diese Weise Evaluationsprozesse erweitern und präzisieren.
Das EERQI-Projekt führt Erziehungswissenschaftler als ersten Schritt eines fach- und sprachübergreifenden Projekts zusammen. Da Erziehungswissenschaft selbst multidisziplinär ist, eignet sie sich aufgrund ihres Methodenspektrums besonders als ein adäquater Repräsentant der Sozial- und Geisteswissenschaften.

Methode

Die Aktivitäten des Projektes sind in zwei Phasen unterteilt:

  1. In der ersten Phase werden Nachweise erbracht, welche die konzeptionellen Veränderungen der Qualitätsindikatoren bestätigen und verzeichnen. Methoden zum Testen der aggregierten Dokumente werden erstellt; die Suchmaschine wird entwickelt; die elektronischen Daten werden gesammelt, konvertiert und gesichert; Ein Überblick über die Art und den Geltungsbereich von verfügbaren Metadaten und Volltextformaten sowie Servervoraussetzungen wird zur Verfügung gestellt, traditionelle Indikatoren werden überarbeitet und neue Indikatoren vorgeschlagen.
  2. Die zweite Phase ist die Testphase. Die neuen Indikatoren und Methoden, über die sich in der ersten Phase geeinigt wurde, werden an einer kontinuierlich wachsenden Datenbank getestet. Die Arbeit an der Suchmaschine wird mit der Integration von multilingualen Thesauri spezifiziert und verfeinert, um das Vorhaben der dritten Phase, die Übertragung des Projekts in kleinerem Maßstab und mit beschränktem Testrahmen auf andere exemplarische Felder der Sozial- und Geisteswissenschaften, aufzunehmen. Die Arbeit des Projekts wird kontinuierlich von der Wissenschaftsgemeinschaft durch Verifikation der Indikatoren und Methoden begleitet. Repräsentanten der nationalen Organisationen, die für die Forschungsförderung relevant sind, und andere potentielle Interessensvertreter werden in den Prozess involviert. Die Ergebnisse des Projekts werden der Wissenschaftsgemeinschaft sowie der interessierten Öffentlichkeit regelmäßig präsentiert, insbesondere den politischen Entscheidungsträgern auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene.
AnhangGröße
11-06-2008_EERQI_Annex_I-1.pdf890.04 KB